Verlauf

  • Vorphase

    Bischof Dr. Stephan Ackermann beauftragt Anfang Juli 2019 die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Claudia Bundschuh (Mönchengladbach) und die Rechtsanwältin und Mediatorin Dr. Bettina Janssen (Köln) mit einer unabhängigen Untersuchung „Gewalt am bischöflichen Internat Albertinum Gerolstein – Aufarbeitung mit und für Betroffene“. Das Projekt begann mit einer sog. Vorphase, in der die Projektleitung bereits vorliegende Quellen (Pressemeldungen, Blogs, Gesprächsprotokolle, Zeitdokumente, Akten etc.), die erste Anhaltspunkte zu Zeitraum, Täterinnen und Täter und Formen von Gewalt liefern können, sichtete und zusammenführte.

    Auf Wunsch der Projektleitung soll ein Lenkungsausschuss gebildet werden, der die Aufgabe hat, eine angemessene Beachtung der Interessen der Betroffenen von Gewalt im Albertinum sicherzustellen. Dem Lenkungsausschuss sollen insbesondere Betroffene von Gewalt im Albertinum angehören, um das Projekt von Anfang an mitzugestalten.

Projektstart: Auftaktveranstaltung

Das Projekt „Gewalt im Bischöflichen Internat Albertinum Gerolstein – Aufarbeitung mit und für Betroffene“ ist am Donnerstag, 31. Oktober 2019 mit einer Auftaktveranstaltung an der Universität Trier gestartet. Ziel der Auftaktveranstaltung war die detaillierte Information von Interessierten über den aktuellen Kenntnisstand zu Gewalt am Albertinum Gerolstein, über die Ziele des Projekts, über Maßnahmen zur Zielerreichung, über die Projektleitungen und Ansprechpersonen im Projekt und über die Rolle des Lenkungsausschusses und seine Mitglieder. Etwa 30 Interessierte nahmen an der Start- und Informationsveranstaltung teil. Die von der Projektleitung vorgestellten Inhalte könne Sie entnehmen der  

Präsentation von Prof. Claudia Bundschuh.

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung wurden die Anwesenden gebeten, ihre Erwartungen an das Projekt auf Karten schriftlich auf Karten zu formulieren. Die bei der Projektleitung eingegangenen Rückmeldungen sollen im weiteren Projektprozess Berücksichtigung finden. 

An die Auftaktveranstaltung schließt nun der eigentliche Aufarbeitungsprozess an mit folgenden Bausteinen:

  • Interviews im Rahmen von Einzelgesprächen zur Schilderung und Dokumentation individueller Erfahrungen von Betroffenen
  • Auswertung der Archivunterlagen / Akten
  • Auf Wunsch: Individuelle Unterstützung von Betroffenen bei der Suche nach wohnortnahen Beratungs- oder Therapieangeboten 
  • Auf Wunsch: Entwicklung von weiteren Maßnahmen zur Unterstützung für Betroffene des Internats Albertinum Gerolstein bei Bearbeitung und Verarbeitung der Gewalterfahrungen
  • Erstellung des Abschlussberichts 
  • Bausteine

    Baustein Interviews

    Alle ehemaligen Schüler, die von Gewalt betroffen waren oder Zeugen von Gewalt wurden, können ihre Erfahrungen und Erlebnisse im Internat, ihre individuelle Sichtweise der Ereignisse im Albertinum Gerolstein schildern. Die Schilderungen können im Rahmen eines persönlichen Gesprächs mit einer der Projektleitungen erfolgen (auf Wunsch auch mit einer männlichen Person). Die Gespräche werden in einem geschützten Rahmen durchgeführt, wahlweise in Trier, Köln oder ggf. auch am Wohnort der Betroffenen.

    Möglich ist auch eine schriftliche Schilderung der Erfahrungen per E-Mail oder per Brief.

    Ihr Interesse an einem Gespräch sowie Ihre Formulierung von Anliegen richten Sie bitte unter folgenden Kommunikationsdaten an die Projektleitung:

    E-Mailinfo(at)albertinum-gerolstein.de
    PostanschriftRechtsanwältin und Mediatorin Dr. Bettina Janssen
    Mittelstraße 12-14 (Haus B)
    50672 Köln
    Telefon0162-5363617 (AB)

    oder verwenden Sie dieses Formular.

    Baustein Archivunterlagen

    Parallel zur Durchführung der Interviews werden Unterlagen über das Internat Albertinum Gerolstein ausgewertet, die den Projektleitungen vom Bistum zur Verfügung gestellt werden. Die Unterlagen werden gesichtet mit dem Ziel, Informationen über Rahmenbedingungen der Erziehungspraxis im Internat und über Dokumentationen von Gewalttaten in der Vergangenheit zu gewinnen. 

    Baustein Unterstützung

    Auf Wunsch von Betroffenen unterstützt die Projektleitung bei der Suche nach individuellen Beratungs- und Therapieangeboten in Wohnortsnähe der Betroffenen. 

    Wird der Wunsch formuliert, weitere Maßnahmen zur Bearbeitung und Verarbeitung der Gewalterfahrungen im Internat Albertinum zu entwickeln, wird die Projektleitung auch hierbei unterstützen. 

    Baustein Projektbericht

    Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Die Ergebnisse sollen im Spätsommer 2021 im Rahmen eines umfangreichen Projektberichts veröffentlicht werden. Inhalt sind insbesondere:

    • die Gewalterfahrungen der ehemaligen Bewohner des Internats (anonymisiert)
    • die Ergebnisse der Auswertung der Archivunterlagen

    weitere Themen, die nach Einschätzung der Betroffenen in der öffentlichen Problemdarstellung wichtig sind.